Praktikum Public Relations 10.2006 - 02.2007

22.12.06

Pressesprecherin für „Deutschlands frechsten Arbeitslosen“














Kommentar zur aktuellen Berichterstattung:

Vallenthin übernimmt das „Management" für Henriko Frank (SPD-Chef und Ministerpräsident Kurt Beck hatte ihm empfohlen, sich zu waschen und zu rasieren – dann werde er auch einen Job finden). Die frühere Journalistin Vallenthin ist die Gründerin und Vorsitzende der Hartz-IV-Plattform in Wiesbaden. Ein Forum von Hartz-IV-Gegnern, in dem sie auch Frank kennen lernte.

Die Managerin von Frank hat das Sprechen für ihn übernommen. Vallenthin redet in seinem Beisein in der dritten Person von ihm. Er selber gibt keine Interviews mehr. Es wirkt, als ginge es ihn nichts mehr an. Sie hält Pressekonferenzen in ihrem heimischen Wohnzimmer ab. Dies erweckt den Eindruck, dass der professionelle Abstand zu ihrem Privatleben fehlt.

Den Termin mit Beck am 19. Dezember sagte sie ab mit der Begründung, er habe im Zusammenhang mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für das Hartz-IV-Forum wichtige Verpflichtungen. Der SPD-Chef Beck wollte Frank eigentlich acht Jobangebote unterbreiten. Warum hat Brigitte Vallenthin diese Entscheidung getroffen? Es ist das Bild vom arbeitsunwilligen Erwerbslosen entstanden. Frank hat den Unmut vieler Hartz-IV-Empfänger auf sich gezogen, denn kein anderer Arbeitsloser bekommt einen Termin bei Beck. Henrico Frank hätte jetzt einen sicheren Arbeitsplatz, wenn er zum Treffen erschienen wäre.

Macht es Sinn für „Deutschlands frechsten Arbeitslosen“ eine PR-Strategie aufzubauen, in der Klischees bestätigt werden? Vallenthin hat die Chance verpasst Henrico F. aus der Schusslinie zu holen und die Themen Erwerbslosigkeit, „Hartz-IV-Falle“ und Sozialabbau in die Medien zu transportieren.

erwerbslosenforum.de

bild.t-online.de

spiegel.de